Leitgedanken - Präambel

Leitgedanken

Die Torwiesenschule ist eine Einrichtung der Diakonie Stetten e.V.

Das Leben und Lernen in der Torwiesenschule gründet sich in der Gewissheit von der Liebe Gottes zu allen Menschen.

"Wir sind überzeugt, dass jeder Mensch ein einmaliges Geschöpf Gottes und deshalb eine unverwechselbare Persönlichkeit ist. Jeder Mensch hat, unabhängig von seinen Fähigkeiten und Leistungen, eine unantastbare Würde und ein uneingeschränktes Lebensrecht und so auch ein Recht auf Selbstbestimmung und Selbstverantwortung."
(Auszug aus dem Leitbild der Diakonie Stetten)

Inklusiven Idealen verpflichtet

Unsere Vision ist die einer inklusiven Schule, basierend auf dem oben zitierten christlichen Menschenbild, dem diakonischen Profil und der UN-Menschenrechts-Konvention, die seit 2009 auch für Deutschland rechtskräftig ist.

Artikel 24 fordert für Menschen mit Behinderung "ein integratives (aus dem Englischen inclusiv) Bildungssystem auf allen Ebenen und lebenslanges Lernen." Die Vertrags- staaten sind verpflichtet, ihnen "Zugang zu einem integrativen, hochwertigen und unentgeltlichen Unterricht an Grundschulen und weiterführenden Schulen zu ermöglichen.

Eine Schule in Entwicklung

Im Schuljahr 2006/2007 gestartet als Sonderschule für Kinder mit einer geistigen Behinderung und zum Teil zugleich auch einer Körperbehinderung, sind wir heute formal eine Kooperation mehrerer Schularten unter einem Dach. Tatsächlich handelt es sich um ein gemeinsames Schulleben, das von zahlreichen inklusiven Strukturen, Kulturen und Praktiken geprägt ist, die kontinuierlich weiterentwickelt werden.

Die Kinder stehen im Mittelpunkt

Alle Kinder sind verschieden und dennoch gleichberechtigt. Der Maßstab ist das Wohl aller Kinder beim gemeinsamen und individuellen Lernen. Im Mittelpunkt steht das jeweilige Kind mit seinen Bedürfnissen und seinem spezifischen Lernpotential, das entsprechend gefördert wird. Dazu bedarf es eines vielfältigen Angebots an zieldifferentem Lernen auf der Grundlage des für das Kind entsprechenden Bildungsplans. Dies wird sowohl im schulartspezifischen Klassenunterricht als auch in klassenübergreifender Frei- und Projektarbeit sowie in gemeinschaftlichen Aktivitäten umgesetzt.

Gleichzeitig fördern wir das kollektive Lernen, bei dem Kinder mit und voneinander lernen, sowie das Gemeinschaftserleben. Die Torwiesenschule verfolgt eine doppelte Zielsetzung: zum einen gibt es eine klare Orientierung an den Bildungsstandards, zum anderen werden individuelle Ziele formuliert.

Eine Schule der Vielfalt

Der rhythmisierte Schultag beinhaltet verschiedenste Elemente: die tägliche gemeinsame Andacht oder der Religionsunterricht, gemeinsame Pausen, tägliche Frei- und Projektarbeit klassenübergreifend / inklusiv, Klassenunterricht nach Schularten getrennt, Einzelförderung, gemeinsame und getrennte Mahlzeiten und gemeinsame Betreuungszeiten. Hinzu kommen vielfältige Aktivitäten des Schullebens, wie zum Beispiel Feste und Feiern, Lesenächte, Spiel- und Sporttage, Elternabende und Diskussionsforen, bei denen das inklusive Verständnis leitend ist.

Grundlegend ist die Pädagogik der Vielfalt durch eine gute Ordnung (Prengel, 1999): Die Unterschiede der Kinder sehen wir als Bereicherung und nicht als Problem. Darauf aufbauend wird die Didaktik auf der Basis der baden-württembergischen Bildungspläne entwickelt.

Mehr als nur Noten

Leistung hat einen hohen Stellenwert, jedoch nicht im Sinne eines Konkurrenzdenkens, bei dem die Stärkeren gewinnen und die Schwächeren verlieren. Leistung wird vor allem an der persönlichen Lernentwicklung gemessen. In einer Atmosphäre des Vertrauens werden alle Kinder in der Regel leistungsfähiger, weil sie ihr Potential besser ausschöpfen lernen.

Pädagogische Schwerpunkte

Neben dem Bildungsgedanken legen wir besonderen Wert auf die Persönlichkeits- entwicklung. Erziehungsfragen werden im Dialog aller beteiligen Erwachsenen diskutiert. Antworten werden als klare Orientierung für das Schulleben erarbeitet. Ziel ist es, alle Kinder in ihrem Selbstvertrauen zu stärken und sie gleichzeitig - im Rahmen ihrer jeweiligen Möglichkeiten - zu mündigen und verantwortungsbewussten Mitgliedern unserer Gesellschaft zu erziehen. Dabei orientiert sich die Schule an den Werten des diakonischen Auftrags und unserer demokratischen Gesellschaftsordnung.

Darüber hinaus lernen die Kinder in besonderer Weise Empathie, Gerechtigkeits- empfinden, Solidarität und Fürsorge. Sie erfahren täglich, dass ihre Haltungen und Handlungen Wirkungen entfalten und dass sie eine humanere und gerechtere Lebenswelt mitgestalten können. Sie erfahren auch, dass jeder Mensch von einer Gemeinschaft getragen wird und sich der Akzeptanz und Solidarität sicher sein kann. Solche Grunderfahrungen bieten gute Voraussetzungen für alle Kinder, sich mit ihrer Lebenswelt außerhalb der Schule auseinanderzusetzen und ihren Lebensweg aktiv mit zu gestalten.

Kreativität und Spiritualität

Basierend auf einem ganzheitlichen Bildungsverständnis haben zu den intellektuellen Herausforderungen musische, kreative und lebenspraktische Aktivitäten einen besonderen Stellenwert. Ferner erfahren die Kinder regelmäßig sowohl Momente der Ruhe als auch der Reflexion über Sinnfragen des Lebens. Zum spirituellen Leben an der Torwiesenschule gehören die tägliche Andacht (Klasse 1/2), der inklusive Religionsunterricht (ab Klasse 3) sowie religiöse Feste und Feiern.

Eine Schule für alle

Die Torwiesenschule ist eine nach innen und außen offene Schule. In ihr lernen und arbeiten nicht nur verschiedene Kinder und Erwachsene, sie öffnet sich auch Besuchern und Personen in der Ausbildung. Die Torwiesenschule ist mit ihrer inklusiven Ausrichtung in der Öffentlichkeit sichtbar. Sie macht den Anspruch der UN-Menschenrechts-Konvention konkret und hilft, ihn gesellschaftlich weiter zu entwickeln.

Schule sein in der Bildungslandschaft

Die Torwiesenschule ist eine besondere Schule in der deutschen Bildungslandschaft, insbesondere für das Land Baden-Württemberg. Sie intendiert gleichzeitig, eine "normale Schule" zu werden, ohne ihr unverwechselbares Profil aufzugeben. Damit wird das Spannungsverhältnis beschrieben, in dem sich eine Schule in Baden-Württemberg bewegt, die es sich zum Ziel gesetzt hat, ein Ort zu sein, an dem Kinder mit und ohne Behinderungen selbstverständlich gemeinsam leben und lernen.

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